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Trinkgelage |
| Als Trinkgelage bezeichnet man eine Zusammenkunft mehrerer Personen, die vor allem dem ausgiebigen Konsum von Alkohol dient. Im deutschen Sprachraum ist das Ziel des Trinkgelages umgangssprachlich auch als Komasaufen bekannt, im englischen Sprachraum spricht man von binge drinking. Die antiken Trinkgelage wurden Symposion genannt.Bei den Griechen begann das Trinkgelage (συμπόσιον, symposion, „gemeinsames Trinken“) nach der Beendigung des eigentlichen Festmahls (Gastmahl), wenn der Nachtisch aufgetragen und dem „guten Geist“ ein Trankopfer dargebracht worden war. Teilnehmen durften ausschließlich Männer. Gäste, welche an dem Trinkgelage nicht teilnehmen wollten, waren berechtigt, sich beim Auftragen des Desserts zu entfernen. Getrunken wurde nur mit kaltem oder warmem Wasser gemischter Wein; das kalte Getränk wurde noch mit Schnee gekühlt. Die Mischung selbst geschah im Mischgefäß (κράτηρ, Krater), gewöhnlich im Verhältnis von drei Teilen Wasser zu einem Teil Wein. Αus dem Krater wurde dann das Getränk mit dem Schöpfer (Οἰνοχόη, Oinochoe, „Weingießer“) in die Becher gefüllt. Man trank rote, weiße und gelbe Weine und mischte diese Sorten miteinander; außerdem wurden Gewürze oder Honig zugesetzt. Auch Obstweine wurden getrunken. Die Leitung des Gelages übernahm ein von der Gesellschaft gewählter oder durch das Los bestimmter Vorsteher (συμποσιάρχος, βασιλεύς, ἄρχων τῆς πόσεως, Symposiarchos, basileus, archon tes poseos, „Vorsitzender des Gelages, König, Vorsitzender des Trinkens“). Dieser setzte das Mischungsverhältnis fest: Bis zu zehn Teile Wasser pro Teil Wein ist überliefert, meist war der Weinanteil jedoch höher. Auch bestimmte er die Zahl der von jedem zu trinkenden Becher, die Regeln, nach denen getrunken wurde und legte für Verstöße gegen diese Regeln Strafen fest, die gewöhnlich darin bestanden, dass ein Becher in einem Zug geleert werden musste. Bei manchen Gelagen war das erklärte Ziel die Trunkenheit der Teilnehmer . Auch das Zutrinken auf die Anwesenden der Reihe nach um den Tisch herum und von Person zu Person waren Sitte. Bei diesen Gelagen spielte auch die geistreiche witzige Unterhaltung eine wichtige Rolle. Oft traten Flöten- und Zitherspielerinnen (Κιθαρισταί, Kitharistai, „Kitharistinnen“) auf, jugendliche Sklaven zeigten mimische Darstellungen und Gaukler und Gauklerinnen zeigten ihr Können. Teilweise amüsierte man sich auch beim Kottabos (griechisch: κοτταβος), ein von den Griechen hauptsächlich im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. vor allem bei Trinkgelagen gespielten Geschicklichkeitsspiel. Wer im Wettkampf das meiste vertrug, erhielt zur Belohnung einen Kuchen; die Eingeschlafenen wurden verhöhnt und mit Wein begossen. |